100 Jahre

Am 6. April 1926 startet das erste Flugzeug der Luft Hansa. Visionäre Expeditionsflüge voller Entschlossenheit folgen und das Streckennetz wächst schnell über ganz Europa hinaus. Technische Innovation, unternehmerische Weitsicht und mutige Entscheidungen schaffen neue Möglichkeiten – und legen das Fundament für langfristigen Erfolg. Der Start einer bewegten Reise voller Pioniergeist, Brüche und neuer Anfänge.

Das dunkelste Kapitel der Unternehmensgeschichte: Lufthansa wird zu einem Teil des NS-Regimes und seiner kriegerischen und verbrecherischen Taten. Das Unternehmen unterstützt bei der militärischen Aufrüstung und bildet Piloten für die Luftwaffe aus. Im zivilen Luftverkehr gelingen Meilensteine: 1937 überqueren Lufthansa Piloten erstmals mit zwei Junkers Ju 52 das Pamir-Gebirge – ein Durchbruch für künftige Flugrouten nach Ostasien. Und ein neuer regelmäßiger Postflugdienst bringt Luftpost nun in Rekordzeit nach Südamerika.

Im Zweiten Weltkrieg ist Lufthansa eng in die Luftwaffe und die militärische Rüstungsproduktion eingebunden. Ab 1940 arbeiten tausende Zwangsarbeiter unter diskriminierenden und menschenverachtenden Bedingungen in den Werkstätten des Unternehmens. Das Ende des Krieges bedeutet auch das endgültige Ende der ersten Lufthansa. Das Unternehmen wird aufgelöst und später liquidiert. Die Alliierten untersagen Deutschland jede Form des Flugbetriebs.

1950, Deutschland befindet sich im Wiederaufbau – auch die Luftfahrt sucht den Neuanfang. Es braucht abermals großen Pioniergeist, um ab 1953 den Neustart zu wagen und den Grundstein für die zweite Lufthansa zu legen. 1955 hebt die neu gegründete Fluggesellschaft erstmals ab. Sie knüpft an Traditionen an und erfindet sich zugleich neu. Lufthansa verbindet Deutschland wieder mit der Welt. Moderne Flugzeuge, ein wachsendes Netzwerk und Langstrecken wie nach New York markieren den Beginn einer neuen Ära des internationalen Fliegens.

Die Luftfahrt startet durch: Düsenjets ersetzen Propeller und bringen Tempo, Komfort und weltweite Reichweite. Lufthansa tritt ins Jet-Zeitalter ein und macht Fernreisen für immer mehr Menschen zugänglich. In dieser Zeit verändert sich auch das Erscheinungsbild von Lufthansa und der Kranich erscheint erstmals im Kreis.

Politische Spannungen und globale Krisen prägen das Jahrzehnt. Die Entführung der "Landshut" und ihre dramatische Befreiung 1977 erregen weltweit Aufmerksamkeit. Ölkrisen erschüttern die gesamte Branche. In diesen unsicheren Zeiten hält Lufthansa den Kurs.

Der Wandel nimmt Fahrt auf: Lufthansa wird privatisiert, Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik werden eigenständige Unternehmen. Und 1997 gründet Lufthansa mit anderen Airlines die Star Alliance, heute das größte Airline-Netzwerk der Welt: Gute Startbedingungen für das neue Jahrtausend.

Das neue Jahrtausend beginnt vielversprechend: Lufthansa ist für die fortschreitende Globalisierung bestens aufgestellt und weltweit präsent. Doch am 11. September 2001 ändert sich alles. Der internationale Luftverkehr kommt zum Stillstand – eine nie dagewesene Herausforderung. Lufthansa steuert durch eine der prägendsten Krisen der Branche.

Mit Lufthansa als Kernmarke entwickelt sich die Lufthansa Group zu einem globalen Luftfahrtkonzern, der Passagierairlines, Luftfracht und Technik unter einem Dach vereint. Um dem steigenden Mobilitätsbedarf gerecht zu werden, startet die größte Flottenmodernisierung ihrer Geschichte – leiser, weiter, effizienter. 2015 erschüttert der Absturz des Germanwings-Flugs die Öffentlichkeit und die Lufthansa Familie zutiefst.

Die Covid-19-Pandemie legt das öffentliche Leben und den weltweiten Luftverkehr lahm. Die Auswirkungen sind massiv – Lufthansa erhält vorübergehend Staatshilfen und zahlt sie schnell zurück. Zeitgleich bringt Lufthansa Tausende Menschen mit Rückholflügen nach Hause. Die Krise zeigt: Die Lufthansa Familie hält zusammen und führt die Gruppe gestärkt in die Zukunft.


Quelle Bilder und Text: Lufthansa Group