Ein Super-Recognizer ist ein Mensch mit der außergewöhnlichen Fähigkeit, Gesichter extrem gut wiederzuerkennen, selbst wenn er sie nur einmal oder vor Jahren flüchtig gesehen hat.
Nur etwa 2-3 % der Bevölkerung besitzen diese überdurchschnittliche Gabe, die oft genutzt wird, um Tatverdächtige in Menschenmengen oder auf Überwachungsvideos zu identifizieren.
Außergewöhnliches Gedächtnis: Super-Recognizer können tausende Gesichter speichern und auch Jahre später wiedererkennen.Polizeilicher Einsatz: Sie werden von Sicherheitsbehörden (z. B. Bundespolizei) genutzt, um bekannte Störenfriede in Massen (Demonstrationen, Bahnhöfe) zu finden.Unbewusste Fixierung: Im Gegensatz zu normalen Menschen fixieren sie beim Betrachten eines Gesichts unbewusst die einprägsamsten Merkmale (Augen, Mund, Muttermal).Wissenschaftliche Einordnung: Das Phänomen wurde 2009 definiert, wobei Betroffene eine Gesichtererkennungsleistung zeigen, die mehr als 2 Standardabweichungen über dem Durchschnitt liegt.
Die Fähigkeit wird oft als "Super-Gesichtserkennung" bezeichnet, bei der Betroffene selbst bei schlechter Videoqualität Personen identifizieren können, an denen andere Menschen vorbeigehen würden.
Mitte 2018 stellte das Polizeipräsidium München in einem Pilotprojekt eine Gruppe von Super-Recognizern zusammen, die in der zweiten Jahreshälfte rund 200 Kriminalfälle aufklärte.
Der Spiegel berichtet in seiner Online-Ausgabe, dass in dem Tatkomplex Ausschreitungen und Plünderungen in Stuttgart (2020) "jeder zweite der bislang rund 140 Tatverdächtigen von sogenannten Super-Recognisern der Polizei wiedererkannt worden" sei.