
Gordon Buehrig 🇺🇸
Fahrzeugdesigner
Gordon Miller Buehrig (18. Juni 1904 – 22. Januar 1990) war einer der einflussreichsten US-amerikanischen Automobildesigner des 20. Jahrhunderts. Er prägte maßgeblich die goldene Ära des amerikanischen Karosseriedesigns in den 1930er-Jahren.
Die Anfänge: Nach ersten Erfahrungen bei der Gotfredson Body Company arbeitete er unter anderem für namhafte Marken wie Packard, General Motors (in der berühmten "Art and Colour"-Abteilung unter Harley Earl) und Stutz.
Die Cord-Ära (Auburn-Cord-Duesenberg): In den 1930er-Jahren leitete er das Design für die Marken des Unternehmers Errett Lobban Cord. Hier entstanden seine berühmtesten Klassiker.
>> Bild: Gordon Buehrig mit einem Cord Sportsman (1965)

Nachkriegszeit und Ford: Im Jahr 1949 wechselte Buehrig zu Ford, wo er bis zu seiner Pensionierung 1965 im Bereich Karosserie-Engineering und Styling tätig war (unter anderem beim Ford Victoria Coupe und dem Falcon). In dieser Zeit experimentierte er auch früh mit Konzepten für zweimotorige Fahrzeuge, die heutigen Hybridsystemen ähnelten.
Späte Jahre: Nach seiner Karriere in der Industrie unterrichtete er von 1965 bis 1970 am Art Center College of Design in Los Angeles. Um 1979/1981 gründete er kurzzeitig die Buehrig Motor Car Company, die auf Corvette-Basis eine Kleinstserie (drei Prototypen) eines exklusiven Coupés im Retro-Stil baute.

>> Bild: Continental Mark II (1956): Während seiner späteren Karriere bei Ford war er an der Entwicklung dieses extrem eleganten Luxuscoupés beteiligt.
Buehrigs Arbeiten zeichneten sich dadurch aus, dass er Ästhetik und Funktion verband. Er war maßgeblich von den Theorien des modernistischen Architekten Le Corbusier beeinflusst und vertrat den Ansatz, dass eine schöne Form aus der Funktion heraus entstehen sollte.
Duesenberg Model J (Derivate): Als Chefdesigner von Duesenberg gestaltete er ab Ende der 1920er-Jahre exklusive Karosserien für dieses legendäre Luxusauto.
Auburn 851 Boattail Speedster (1935/1936): Eines der ikonischsten Sportautos der Vorkriegszeit, berühmt für sein elegantes, fließendes Heck, das an ein Bootsheck erinnert.
Cord 810 / 812 (1936–1937): Dieser Entwurf gilt als sein Meisterwerk. Das Auto war seiner Zeit weit voraus und besaß bahnbrechende Designmerkmale:
Eine flache, markante Motorhaube (auch bekannt als "Coffin Nose" / Sargnase).
In die Kotflügel klappbare Scheinwerfer (die per Handkurbel vom Armaturenbrett aus bedient wurden).
Versteckte Türscharniere und der Verzicht auf das damals übliche Trittbrett.

>> Bild: Duesenberg J Supercharged Speedster, gebaut von der Weymann-American Body Company (1933)