
jeden Samstag
>> sehen Sie unten auch zwei Beitäge der Vorwochen
Folge 15
Ernest Hamingway
Schriftsteller

Ernest Hemingway hat sich am 2. Juli 1961 im Alter von 61 Jahren in seinem Haus in Ketchum, Idaho, mit einer Schrotflinte das Leben genommen.
Seinem Freitod gingen jahrelange schwere gesundheitliche und psychische Probleme voraus:
Psychische Erkrankungen: Er litt unter schweren Depressionen, Paranoia und Wahnvorstellungen.
Behandlung: In den Monaten vor seinem Tod wurde er mehrfach im Krankenhaus behandelt und unterzog sich einer Elektrokonvulsionstherapie (EKT), was zu starkem Gedächtnisverlust und Verzweiflung über seinen Verlust der Schreibfähigkeit führte.
Körperliche Leiden: Hemingway kämpfte mit den Spuren mehrerer schwerer Unfälle (darunter zwei Flugzeugabstürze in Afrika), chronischen Schmerzen, Bluthochdruck und einer Lebererkrankung.
Genetik & Substanzmissbrauch: In seiner Familie gab es eine Häufung von Suiziden (u. a. sein Vater, seine Schwester und sein Bruder). Zudem hatte er über viele Jahre hinweg ein bekanntes Alkoholproblem.
Ernest Hemingway (1899–1961) zählt zu den einflussreichsten US-amerikanischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Sein Werk und sein turbulentes Leben machten ihn bereits zu Lebzeiten zu einer weltweiten Ikone.
Eisberg-Modell: Hemingway revolutionierte die moderne Prosa. Seine Technik basiert darauf, die Handlung extrem zu verknappen und Emotionen nur zwischen den Zeilen andeuten zu lassen.
Seine Sätze sind kurz, direkt und verzichten weitgehend auf schmückende Adjektive.
Hauptwerke: In einem andern Land (1929), Wem die Stunde schlägt (1940) und Der alte Mann und das Meer (1952).
Auszeichnungen: 1953 erhielt er den Pulitzer-Preis und 1954 den Nobelpreis für Literatur.
Hemingway war kein reiner Stuben-Literat, sondern suchte stets die Gefahr und das extreme Erleben:
Kriegserfahrungen: Im Ersten Weltkrieg diente er als Krankenwagenfahrer an der italienischen Front, wo er schwer verwundet wurde. Später berichtete er als Kriegsreporter aus dem Spanischen Bürgerkrieg und dem Zweiten Weltkrieg.
Er verbrachte viele Jahre in Paris, Spanien, Kuba und Key West. Seine Passionen waren die Großwildjagd in Afrika, das Tiefseeangeln und der spanische Stierkampf.
Hinter der Fassade des rauen, abenteuerlustigen "Papa Hemingway" machten ihm im Alter schwere körperliche Leiden, Folgen mehrerer Unfälle, Alkoholkrankheit und schwere Depressionen zu schaffen. Nachdem er das Gefühl verloren hatte, weiter schreiben zu können, nahm er sich 1961 das Leben.
Hemingway prägte nicht nur die Literatur nachhaltig, sondern verkörperte wie kaum ein anderer den Mythos des getriebenen, modernen Autors.
Folge 16 am 05.09.
Folge 14
Barbara Bates
Amerikanische Schauspielerin

Am 18. März 1969 nahm sich Barbara Bates im Alter von 43 Jahren in der Garage ihrer Mutter durch eine Kohlenmonoxidvergiftung das Leben.
Der Freitod von Barbara Bates war das tragische Resultat einer langjährigen Kombination aus schweren psychischen und körperlichen Erkrankungen sowie tiefen persönlichen Verlusten.
Schwere Depressionen und Schizophrenie: Bates litt jahrelang unter chronischen Depressionen und den Symptomen einer Schizophrenie, die sich ab Mitte der 1950er-Jahre zunehmend verschlimmerten.
Abhängigkeit: Um den psychischen Druck und die Verfolgung durch die Krankheit zu betäuben, entwickelte sie eine schwere Alkoholabhängigkeit.
Magenkrebs: In ihren letzten Lebensjahren litt sie zudem an Magenkrebs, was ihre körperliche Verfassung extrem schwächte.
Barbara Jane Bates (6. August 1925 in Denver, Colorado – 18. März 1969 ebd.) war eine US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin.
Bekannteste Rolle: Phoebe im Oscar-prämierten Filmklassiker Alles über Eva (All About Eve, 1950), wo sie in den Schlussminuten eine prägende Szene vor einem Spiegel hatte.
Weitere Erfolge: Rollen in Filmen wie Im Dutzend billiger (Cheaper by the Dozen, 1950) und der Komödie Der Prügelknabe (The Caddy, 1953) an der Seite von Dean Martin und Jerry Lewis. In den Jahren 1954 bis 1956 spielte sie eine Hauptrolle in der TV-Serie It's a Great Life.
Gesundheitliche Probleme: Ab den späten 1950er-Jahren litt Bates unter schweren Depressionen, Schizophrenie sowie Alkoholproblemen, was ihre Schauspielkarriere zum Erliegen brachte.
Schicksalsschläge: 1967 starb ihr Ehemann Cecil Coan, mit dem sie über 20 Jahre verheiratet war, an Krebs. Zwar heiratete sie 1968 erneut (William Reed), kehrte jedoch nach Denver zurück.
Der schwerste emotionale Schlag war der Tod ihres Ehemanns und Förderers Cecil Coan im Januar 1967, der an Krebs starb. Coan hatte sie über zwei Jahrzehnte lang beruflich wie privat unterstützt und stabilisiert.
Nach Coans Tod unternahm sie einen ersten Suizidversuch und geriet in eine tiefe Abwärtsspirale.
Zwar heiratete sie 1968 den Sportlehrer William Reed und zog zurück in ihre Heimatstadt Denver, doch verfiel sie dort erneut in schwere Depressionen, bevor sie sich im März 1969 das Leben nahm.
Folge 13
Hermann Burger
Schweizer Schriftsteller

Hermann Burger (10. Juli 1942 in Menziken; † 28. Februar 1989 in Brunnen) war einer der bedeutendsten und sprachgewaltigsten Schweizer Schriftsteller, Germanisten und Kritiker seiner Generation.
Sein Werk ist tief durchdrungen von den Themen Schmerz, Depression, Krankheit und dem ständigen Ringen mit dem Tod.
Er hatte zwei große Leidenschaften: Zigarren rauchen und Ferrari
Der Freitod und die Verbindung zum Werk
Hermann Burger nahm sich im Alter von 46 Jahren durch eine Überdosis Medikamente das Leben. Sein Tod stand in enger, fast tragischer Verflechtung mit seinem literarischen Schaffen:
Das Thema "Todesarten": Der Suizid zieht sich als zentrales Motiv durch fast all seine Texte. Burger verstand das Schreiben oft als Versuch, dem Tod durch Sprache zu entkommen – oder ihn akribisch zu analysieren.
Das Hauptwerk Schilten (1976): Sein Durchbruchsroman handelt von einem Dorfschulmeister, der den Unterricht als Vorbereitung auf den Tod gestaltet und den Schulinventar-Katalog zu einer düsteren "Todesleere" umfunktioniert.
Letztes Projekt Trakov: Kurz vor seinem Tod arbeitete er an der Tetralogie Die Brenner-Affäre. Der erste Band, Brenner, erschien posthum. Der Roman beginnt mit der legendären Auseinandersetzung mit dem eigenen Schmerz und der existentiellen Niedergeschlagenheit.
Biografische Belastung: Burger litt jahrelang unter schweren Depressionen, psychischen Krisen sowie körperlichen Leiden. Sein Freitod folgte auf eine Lebensphase extremer Isolation und den zerbrochenen Versuch, seinen Schmerz literarisch zu bändigen.