
immer 14 tägig Sonntags
zwischen dem 5. Mai und dem 8. Mai 1842
Hamburger Brand
Der Hamburger Brand war ein verheerender Stadtbrand in Hamburg, der zwischen dem 5. Mai und dem 8. Mai 1842 große Teile der Altstadt zerstörte. Im Zusammenhang mit der Hamburger Geschichte wird häufig auch nur vom Großen Brand gesprochen. Das Feuer war noch in einer Entfernung von über 50 Kilometern sichtbar.

Zeitlicher Ablauf und Ursache
Beginn: In der Nacht zum 5. Mai 1842 (gegen 1:00 Uhr morgens).
Ort: Das Feuer brach im Haus Nr. 44 (oder 42) in der Deichstraße aus, im Speicher eines Zigarrenmachers.
Dauer: Der Brand wütete etwa 80 Stunden lang bis zum 8. Mai.
Ursache: Die genaue Ursache blieb ungeklärt; Vermutungen reichten von Selbstentzündung gelagerter Waren bis hin zu Unachtsamkeit.
Ausmaß der Zerstörung
Das Feuer vernichtete etwa ein Drittel der damaligen Altstadt:
Gebäude: Rund 1.700 Häuser und über 100 Speicher wurden zerstört.
Wahrzeichen: Drei Hauptkirchen brannten nieder (St. Nikolai, St. Petri und St. Gertruden) sowie das Alte Rathaus an der Trostbrücke.
Obdachlose: Etwa 20.000 Menschen (bei ca. 160.000 Einwohnern) verloren ihr Zuhause.
Opfer: Es gab 51 Todesopfer und über 120 Verletzte.
Das Feuer brach am 5. Mai 1842 gegen ein Uhr morgens im Haus Nr. 44 in der Deichstraße am Nikolaifleet beim Zigarrenmacher Eduard Cohen, nach anderen Quellen im Haus Nr. 42, aus. Die genaue Ursache des Brandes blieb ungeklärt. Es wurde von den Nachtwächtern schnell bemerkt, doch den herbeigeeilten Spritzenleuten gelang es nicht, das Feuer zu löschen oder sein Übergreifen auf weitere Häuser zu verhindern. Aufgrund der vorangegangenen Trockenheit und anhaltender Winde breitete es sich schnell aus.
Zeitweise drohte das Feuer sogar auf den Cremon am östlichen Ufer des Nikolaifleets überzugreifen, doch konnten die kleineren Brandherde dort rechtzeitig erstickt werden. So weitete sich das Feuer im Nikolaiviertel hauptsächlich nach Norden und Westen aus. Überlegungen, die Ausweitung durch Sprengungen zu behindern, wurden aus Furcht vor möglichen Schadenersatzforderungen der Besitzer zunächst verworfen.
Am Morgen des 5. Mai, dem Himmelfahrtstag des Jahres 1842, war bereits ein erheblicher Teil des Nikolaiviertels von den Flammen erfasst. In der Nikolaikirche hielt man noch den morgendlichen Hauptgottesdienst, auch am Mittag fand ein weiterer, letzter Gottesdienst statt. Gegen 4 Uhr nachmittags geriet der Turm in Brand und konnte trotz großer Anstrengungen nicht gerettet werden. Erzählungen nach erklang das Glockenspiel durch die Hitzewirkung ein letztes Mal, dann stürzte der Turm gegen 5 Uhr ein und setzte das Kirchenschiff in Brand.
Gegen Abend bedrohten die Flammen das alte Rathaus, das nordöstlich der Nikolaikirche an der Trostbrücke auf dem Platz stand, an dem sich heute das Haus der Patriotischen Gesellschaft befindet.