Kurzportrait
105 Jahre Joseph Beuys


Joseph Heinrich Beuys
(* 12. Mai 1921 in Krefeld; † 23. Januar 1986 in Düsseldorf)
war ein deutscher Aktionskünstler, Bildhauer, Medailleur, Zeichner, Kunsttheoretiker und Professor an der Kunstakademie Düsseldorf.
Beuys setzte sich in seinem umfangreichen Werk mit Fragen des Humanismus, der Sozialphilosophie und Anthroposophie auseinander. Dies führte zu seiner spezifischen Definition eines "erweiterten Kunstbegriffs" und zur Konzeption der Sozialen Plastik als Gesamtkunstwerk, indem er Ende der 1970er Jahre ein kreatives Mitgestalten an der Gesellschaft und in der Politik forderte.
Er gilt weltweit als einer der bedeutendsten Aktionskünstler des 20. Jahrhunderts und ist seinem Biografen Reinhard Ermen zufolge als "idealtypischer Gegenspieler" Andy Warhols zu sehen.
Beuys' gesamtes Spätwerk basierte auf zwei revolutionären Kerngedanken, mit denen er die Trennung zwischen Kunst und Alltag aufheben wollte:
"Jeder Mensch ist ein Künstler": Dieser oft missverstandene Satz bedeutete nicht, dass jeder Mensch gut malen oder bildhauern kann. Beuys meinte damit die im Menschen innewohnende kreative Gestaltungskraft, die sich in jedem Beruf und jeder Lebenslage (z. B. in der Politik, der Wirtschaft oder im sozialen Miteinander) entfalten kann.
Die Soziale Plastik: Kunst beschränkte sich für Beuys nicht auf physische Objekte in Museen. Die Gesellschaft selbst sollte durch die kreative Kraft der Menschen geformt, verändert und geheilt werden – das soziale Gefüge wurde so zum eigentlichen Kunstwerk.
Wer an Beuys denkt, denkt unweigerlich an unkonventionelle Materialien. Besonders zwei Stoffe tauchen in seinen Objekten und Installationen immer wieder auf: Fett und Filz.
