Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring
lieferte ein absolutes geschichtsträchtiges Spektakel – geprägt von einem historischen Meilenstein für Mercedes, einem späten Drama um Max Verstappen und einem neuen Zuschauerrekord von 352.000 Fans an der Nordschleife.

Der Sieg: Erlösung für Mercedes-AMG
Nach zehn Jahren Durststrecke in der "Grünen Hölle" feierte Mercedes-AMG endlich wieder den Gesamtsieg. Die Crew des #80 Winward-Mercedes mit Maro Engel, Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin triumphierte beim Eifelklassiker. Das Besondere: Nach einem Unfall im Qualifying war das Auto nur von Platz 25 gestartet. Eine fehlerfreie Fahrt, eine perfekte Reifenstrategie beim einsetzenden Regen in der Schlussphase und das nötige Quäntchen Rennglück brachten sie ganz nach vorne.
Das Verstappen-Drama an der Spitze
Lange Zeit sah es nach einem souveränen Triumph für das Team rund um Formel-1-Weltmeister Max Verstappen aus. Der #3 Winward-Mercedes (pilotiert von Verstappen, Lucas Auer, Jules Gounon und Daniel Juncadella) dominierte das Geschehen an der Spitze und hatte sich einen komfortablen Vorsprung von rund 30 Sekunden herausgearbeitet. Unvergessen bleibt dabei ein spektakulärer, extrem enger Zweikampf in der Nacht zwischen Verstappen und Maro Engel im Abschnitt Tiergarten.

Knapp vier Stunden vor dem Ende folgte jedoch der Schock: Ein Antriebswellendefekt bremste den Führenden aus. Der Schaden zerstörte auch Teile der rechten Hinterachse. Nach einer stundenlangen Reparatur in der Box reichte es am Ende nur noch für Platz 38 – ein bitteres Ende nach einer nahezu perfekten Vorstellung.
Wahnsinns-Aufholjagd auf Platz 2 und 3
Hinter dem siegreichen Mercedes ging es in der Schlussphase drunter und drüber:
Platz 2 für den #84 Abt-Lamborghini: Die Crew (Bortolotti/Engstler/Niederhauser) erlebte eine irre Achterbahnfahrt. Nach einer Berührung in der allerersten Rennrunde fiel das Auto mit einem Reifenschaden bis auf Platz 49 zurück. Mit einer fehlerfreien Monster-Aufholjagd kämpften sie sich sensationell noch auf das Podium.
Platz 3 für den #34 Walkenhorst-Aston-Martin: In einer extrem spannenden letzten Stunde im Regen pokerte das Team erfolgreich mit geschnittenen Slicks. Trotz einer späten Code-60-Phase auf der Döttinger Höhe retteten sie den dritten Platz auf dem Podium knapp vor dem #99 ROWE-BMW (Platz 4).
Große Favoriten-Ausfälle

Die Nordschleife forderte wie gewohnt ihren Tribut. Zu den prominentesten Opfern des Wochenendes gehörte der beliebte Manthey-Porsche "Grello" (#911): Kevin Estre rutschte am Samstagabend auf einer unglücklichen Ölspur aus und schlug rückwärts in die Leitplanken ein. Auch das Schwesterauto von Schnabl Engineering (#17 Dunlop-Porsche) schied nach einem schweren Unfall im Streckenabschnitt Bergwerk vorzeitig aus.
Für ein echtes Highlight im Klassement sorgte zudem der BMW M3 Touring (#81), der ursprünglich als Marketing-Gag gestartet war und das Rennen sensationell auf dem 5. Gesamtplatz beendete.
