Das Monster vom Niederrhein
Kurt-Friedhelm Steinwegs
Sechs Menschen hat er umgebracht und zum Teil zerstückelt.
Und doch kennt kaum noch einer den Viersener Kurt Friedhelm Steinwegs, der Anfang der 1980er Jahre in Krefeld, Dänemark, Willich und Essen mordete. Es ist nicht nur ein trauriges Kapitel der Kriminalgeschichte, sondern auch eines der Justizhistorie. Zwei vermutlich unschuldige Menschen hatten Gerichte bereits eingesperrt. Verurteilt für Morde, die offenbar Steinwegs begangen hatte.

Während der Zeit bei seinem Vater ermordete er 1978 in Willich den 13-jährigen Andrew Robinson. In der Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst vom 1. Juni 1979 wurde über den Fall berichtet, es wurden aber keine Hinweise ermittelt, die die Polizei auf die Spur des Täters geführt hätten. Kurt Steinwegs wurde nicht der Tat verdächtigt.
Kurt Steinwegs wurde wenig später in die Psychiatrische Landesklinik in Viersen eingewiesen. Während der Betreuung in Viersen tötete er laut späteren Erkenntnissen weitere vier Menschen, darunter einen Mitpatienten. Unter anderem trennte er seinen Opfern das Geschlechtsteil ab.
Erst 1984 nahm die Polizei Kurt Steinwegs nach Begehung eines weiteren Mordes fest.
In den Vernehmungen gestand er aus freien Stücken sechs Tötungsdelikte. In der Gerichtsverhandlung widerrief Steinwegs allerdings sein Geständnis. Er wurde später aufgrund seiner Brutalität in der Boulevardpresse als "Bestie" oder "Monster vom Niederrhein" bezeichnet.
Kurt Steinwegs wurde 1985 vom Landgericht Mönchengladbach zu 10 Jahren Jugendstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung in einer psychiatrischen Anstalt verurteilt. In zwei Fällen wurde er freigesprochen, weil er zum Tatzeitpunkt wegen seines "geistigen Entwicklungsrückstandes" schuldunfähig war.
Bis heute sitzt er in einer Forensischen Klinik ein.
Kurt-Friedhelm Steinwegs wurde am 5. Dezember 1960 in Viersen, Nordrhein-Westfalen als fünftes von acht Kindern eines Gelegenheitsarbeiters und seiner Frau geboren. Seine Mutter starb 1970, 35-jährig, und sein Vater musste sich zwei Jahre lang alleine um seine acht Kinder kümmern, bevor seine Freundin mit einem weiteren Kind zu ihm zog. Kurts jüngster Bruder wurde zur Adoption freigegeben und zwei weitere Brüder kamen in Kinderheime.
1974 teilte Kurt diese Schicksal mit seinen Brüdern, als er in einen Jugendhort in Gifhorn, Niedersachsen, gebracht wurde. Dort tötete er einen 59-jährigen Mann, indem er ihm mit einem Stein das Gesicht zertrümmerte. Dieser Mord konnte erst durch Steinwegs Geständnis nach seiner Verhaftung geklärt werden. 1976 wurde er in eine heilpädagogische Einrichtung nach Burglengenfeld in Bayern verlegt, da man ihn in dem Jugendhort nicht mehr weiter fördern konnte. Von dort aus wurde er 1977 zurück zu seinem Vater nach Willich geschickt.