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Deutsche Unternehmen / Unternehmer

Folge 07/10
Adolf "Adi" Dassler



Der heutige Großkonzern Adidas AG wurde im August 1949 von Adolf Dassler gegründet.
Doch die Geschichte von Adidas beginnt eigentlich viel früher. Im November 1900 wird Adolf Dassler in Herzogenaurach geboren und ist das vierte Kind seiner Eltern Christoph und Pauline Dassler. Christoph Dassler arbeitete in der Herzogenauracher Schuhfabrik, wie fast alle Einwohner im kleinen Dorf, und brachte so die Welt der Schuhe seinen Söhnen nahe.
Doch der spätere Adidas-Gründer Adolf, der von seinen Freunden meist Adi genannt wurde, entschied sich erst für eine Lehre als Bäcker. Dass er dort jedoch nicht glücklich werden würde, erkannte der sportbegeisterte Junge schnell.
Als Leichtathlet verbrachte er seine Jugend hauptsächlich auf dem Sportplatz und begeisterte sich für etliche Sportarten.
Deshalb erkannte er bereits in den 1920er Jahren, dass seinen Sportskollegen meist das passende Schuhwerk fehlte. Nach einiger Überlegung funktionierte er die Wäscherei seiner Mutter als Schuhwerkstatt um, mit der Vision, für jede Sportdisziplin passende Schuhe anfertigen zu wollen. So begann die Tüftelei und die ersten Schuhmodelle entstanden.
Im Juli 1924 entstand dann in Zusammenarbeit mit Adolf Dasslers großem Bruder Rudolf, der auch in die Schuhproduktion mit einstieg, die gemeinsame Firma "Gebrüder Dassler Schuhfabrik". Adolf als leidenschaftlicher Sportler und Tüftler übernahm die technische Leitung, seine extrovertierte Bruder Rudolf den kaufmännischen Bereich – und so ergänzten sich ihre Fähigkeiten scheinbar perfekt. Obwohl im Nachkriegsdeutschland die Produktionsbedingungen sehr schlecht waren, feierten die Brüder schnell Erfolge. Und so wuchs die Firma mit steigenden Mitarbeiterzahlen und steigender Nachfrage der Fußball- und Laufschuhen, wodurch endlich ein Umzug in eigene Fabrikräume im selben Ort möglich wurde.
Deutschland ging es wirtschaftlich immer besser und in den Olympischen Spielen 1928, 1932 und 1936 sah Adolf Dassler seine große Chance: Er schenkte den Athleten extra angefertigte Sportschuhe. Die Athleten konnten durch die Turnschuhe wirkliche Erfolge erzielen und ermöglichten Adolf Dassler somit eine hervorragende Bühne für seine Schuhe. In diesen Jahren lernte Adolf Dassler seine Käthe kennen und heiratete sie 1934.
Die Nachkriegszeit ab 1945 brachte die Brüder und ihren Betrieb in eine langsame Krise. Obwohl es ihnen möglich war, die Produktion trotz fehlender Materialen weiter aufrecht zu erhalten, konnte Adolf durch das Entnazifizierungsverfahren nicht mehr aktiv die Firma leiten. Erst als "belastet" eingestuft, konnte er durch Zeugenaussagen nach einigen Monaten beweisen, dass er lediglich "Mitläufer" war. 1947 führte er dann die Geschäfte als Inhaber weiter. 1948 dann geschah, was nicht mehr unumgänglich war: die Brüder trennten sich. Nach etlichen Beschuldigungen und Vorwürfen war das Verhältnis nicht mehr zu retten. Sie teilten sich die zwei Produktionsstätten auf und sprachen von da an nie wieder ein Wort miteinander. Doch die meisten Mitarbeiter blieben bei Adolf. 1949 entstand dann "Adidas". 'Adi' durch seine Spitznamen, 'das' aufgrund der Anfangsbuchstaben seines Nachnamens.
Drei seitlich angebrachte Riemen an den Sportschuhen sollten eigentlich als zusätzliche Stabilisierung dienen. Doch sie verliehen der Firma auch ihr heutiges Markensymbol.
Von da an ging es Berg auf mit dem Unternehmen. Käthe Dassler stieg vermehrt in die Firma ein und übernahm den kaufmännischen Bereich. Unter der Führung der beiden Eheleute wuchs das Unternehmen rasant. Begeisterte Sport-Stars aller Nationalitäten gingen bei den Dasslers ein und aus. Besonders Käthe stand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, da sie ein besonderes Gespür für den Umgang mit Menschen hatte und an Integrationsmöglichkeiten sehr interessiert war. Ihre Menschlichkeit und ihr Geschick für Kundenbeziehungen und sein technischen Know-how ergänzten sich perfekt. Dabei war es Adidas-Gründer Adolf Dassler sehr wichtig, alle Sportarten selbst auszuüben, um stets den perfekten Schuh für jede Disziplin entwerfen zu können. Und so entwickelte sich Adolf Dassler mit Adidas zu einem Pionier in der Sportschuhwelt und nahm ab 1952 auch Sportbekleidung mit auf ins Sortiment.
In den darauffolgenden Jahren expandierte Adidas auch ins Ausland. Mittlerweile war die ganze Familie des Adidas-Gründers im Unternehmen tätig. Seine fünf Kinder übernahmen alle wichtige Aufgaben und führten das Unternehmen zu weltweitem Erfolg. Es folgten Auszeichnungen, weiterer Wachstum und auch die Einreichung wichtiger Patente, um die Ideen von Adolf Dassler vor seinem Bruder und anderen Konkurrenten zu schützen. Das Reichtum und das Ansehen der Dasslers mit Adidas stieg weiter an, bis ins hohe Alter von Adolf. 1978 starb er dann aufgrund einer schweren Krankheit und seine Frau übernahm die alleinige Unternehmensführung. 1985 starb dann auch Käthe, nachdem sie einige Jahre den Konzern erfolgreich halten konnte. Nach ihrem Tod übernahm Horst, der älteste Sohn von Käthe und Adidas-Gründer Adolf, die Leitung und schlug eine neue Richtung ein. Von nun an trugen nicht mehr nur Sportler die Marke Adidas, sondern auch Popstars als Lifestyle-Marke.
