Prominente Selbstmörder
Dean Reed
Amerikanischer Schauspieler und Sänger
"DDR Elvis"


Dean Reed lebte die letzten 13 Jahre seines Lebens (von 1973 bis zu seinem Tod 1986) fest in der DDR. Er war dort nicht nur ein prominenter Einwohner, sondern ein regelrechter Staatsstar.

Die offizielle DDR-Version: Ein Unfall
Am 17. Juni 1986 wurde die Leiche des 47-jährigen Dean Reed im Zeuthener See bei Berlin gefunden, unweit seines Hauses. Die Behörden der DDR erklärten seinen Tod damals rasch zum "Unglücksfall durch Ertrinken".
Die Staatsführung wollte um jeden Preis verhindern, dass das Image ihres sozialistischen amerikanischen Vorzeige-Stars durch einen Suizid beschädigt wird.
Die Entdeckung des Abschiedsbriefs
Nach dem Mauerfall wurden die Stasi-Unterlagen und die persönlichen Akten der DDR-Regierung zugänglich. Dabei kam die Wahrheit ans Licht:
In den Akten befand sich ein Abschiedsbrief, den Dean Reed auf der Rückseite eines Drehbuchs in seinem Auto hinterlassen hatte.
Der Brief war an Eberhard Fensch gerichtet, einen hohen Funktionär der SED-Parteleitung.
Reed drückte darin sein Bedauern aus, schickte Grüße an Erich Honecker und beklagte sich bitterlich über sein Privatleben und den Zustand seiner Ehe mit der DDR-Schauspielerin Renate Blume.
Untersuchungen zeigten zudem, dass Reed vor seinem Gang in den See Beruhigungsmittel eingenommen hatte.
Auch wenn in Fan-Kreisen und von manchen Familienmitgliedern in den USA bis heute über Fremdeinwirken spekuliert wird, gilt der Freitod historisch als medizinisch und dokumentarisch belegt.
Geboren in Colorado (USA), feierte er in den 1960er-Jahren zunächst große Erfolge als Schlagersänger in Südamerika. Dort politisierte er sich links, kritisierte die US-Außenpolitik und zog schließlich über Italien 1973 dauerhaft in die DDR.