99 typisch Deutschland Kurzportraits

immer Mittwochs jeweils 3 Portraits

Folge 24/33

>> Wuppertaler Schwebebahn

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Unfall 1999
Unfall 1999

Die Wuppertaler Schwebebahn ist ein Zug, der durch die Stadt Wuppertal in Deutschland fährt. Anders als eine normale Eisenbahn fährt sie nicht auf Schienen, sondern hängt an einem Gleis. Auf diesem Gleis fahren die Räder und bewegen den Zug vorwärts. Weil man die Räder von unten aber kaum sehen kann, sieht es aus, als ob die Bahn unter der Schiene "schwebt". Darum heißt sie Schwebebahn.

Die Wupppertaler Schwebebahn ist das Wahrzeichen von Wuppertal. Sie wurde im Jahr 1901 eröffnet und verband damals die Städte Barmen, Elberfeld und Vohwinkel. Seit 1929 sind diese drei Städte vereinigt und heißen heute Wuppertal.

Die Strecke ist 13 Kilometer lang und verläuft die meiste Zeit direkt über dem Fluss Wupper. Das ist sehr praktisch: Denn die Stadt liegt in einem engen Tal, wo es nicht viel Platz gibt. An einem normalen Tag während der Woche fahren 80.000 Leute mit.

Die Schwebebahn fährt weit über der Erde und frei schwingt am Gleis. Trotzdem passieren mit ihr weit weniger Unfälle als zum Beispiel mit einer Straßenbahn. Einen schlimmen Unfall gab es aber doch.

Im Jahr 1999 war an der Bahn gebaut worden. Arbeiter hatten einen Fehler gemacht und ein Werkzeug vergessen. Darum ist ein Zug von der Schiene gefallen. Fünf Fahrgäste starben, weitere 47 wurden verletzt. Dieser eine Unfall war aber in über 100 Jahren der einzige Unfall, bei dem Menschen starben.

Bekannt ist vor allem ein Unfall von 1950. Um Werbung für einen Zirkus zu machen, ließ man einen jungen Elefanten mitfahren. Auf der Fahrt bekam er Angst, verletzte einige Reisende und sprang dann in die Wupper. Tuffi, so hieß das Elefantenmädchen, hat sich aber so gut wie gar nicht verletzt.

>> Franz Beckenbauer


Deutschlands letzter Kaiser


Der Fußballer, Trainer, Sportmanager und Funktionär stellte ab 2009 den Ehrenpräsidenten des FC-Bayern München; von 1994 bis 2009 war er Präsident des Vereins. Er unterstützte als Vorsitzender des Bewerbungskomitees erfolgreich die Bewerbung Deutschlands um die Weltmeisterschaft 2006. Neben seinen Engagements für den FC Bayern war er einer der Vizepräsidenten des DFB. 

Als Profi avancierte Franz Beckenbauer zu einem der besten Fußballer aller Zeiten. Er wurde Europameister 1972, Weltmeister 1974 sowie 1969, 1972, 1973, 1974 mit dem FC Bayern München und 1982 mit dem Hamburger SV Gewinner der Deutschen Meisterschaft. Nach seiner aktiven Karriere als Fußballer (1983) war er als Sportfunktionär, Werbeträger, Geschäftsmann und einflussreicher Kolumnist tätig. 

Als Teamchef führte der "Kaiser" des deutschen Fußballs die Deutsche Nationalmannschaft 1990 zur Weltmeisterschaft.

Aufgewachsen ist er in behüteten Verhältnissen bei seinen Eltern. Nach Abschluss der Volksschule absolvierte Beckenbauer eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann. Zu dieser Zeit war er bereits seit einigen Jahren aktiver Spieler beim SC München 1906. Nach einigen erfolgreichen Jahren trat Beckenbauer 1958 als Stammspieler beim FC Bayern München ein, wo er in den folgenden zwei Jahrzehnten eine glänzende Karriere zum Profi vollzog. Als Angestellter der Bayrischen Versicherungs-Bank machte er zu beginn der 1960er Jahre die Bekanntschaft zu seiner Kollegin Ingrid. 1963 wurde aus dieser Beziehung sein erster Sohn Thomas geboren. Erste Schlagzeilen waren die Folge, da Beckenbauer gerade 16 Jahre alt war. Die Beziehung hatte er kurz darauf wieder gelöst. Im September 1966 hatte Beckenbauer, der indes zum sportlichen Nachwuchstalent avanciert war, zur WM-Qualifikation seinen ersten Einsatz als Spieler der Nationalmannschaft. Im selben Jahr heiratete der Fußballspieler Brigitte Wittmann, mit der er die zwei Söhne Michael und Stefan bekam. Sohn Thomas aus seiner ersten Beziehung wurde adoptiert.

>> Reichstagsgebäude

Das Reichstagsgebäude in Berlin hat heute die Adresse Platz der Republik 1.

Im Jahr 1894 wurde in Berlin ein neues Gebäude fertig. Das neue Gebäude war für den Reichstag da und heißt deshalb Reichstagsgebäude, auch heute noch. 

Der Architekt war Paul Wallot.

Im Jahr 1933 wurde Adolf Hitler deutscher Reichskanzler, der Chef der Regierung. Kurz darauf brannte das Reichstagsgebäude. Bis heute ist man nicht ganz sicher, wer ihn angezündet hat. Am Tatort fand die Polizei den niederländischen Arbeiter Marinus van der Lubbe, der angeklagt wurde. Manche vermuten, dass die Nationalsozialisten selbst den Reichstag in Brand gesetzt hätten. Noch heute streitet man sich darüber, ob Van der Lubbe allein der Täter sein konnte.

Die Nationalsozialisten behaupteten jedenfalls, dass das die Kommunisten getan hätten. Das war für sie der Anlass, die Kommunisten zu verfolgen, aber auch viele andere Politiker. In der Zeit des Nationalsozialismus traf der Reichstag sich in einem anderen Gebäude, der Krolloper. Etwas zu bestimmen hatte dieser Reichstag aber nicht mehr.

Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg weiter zerstört. Man hat es schließlich wieder aufgebaut. Im Jahr 1990 kam dann die Deutsche Wiedervereinigung. Die Politiker im Bundestag beschlossen, dass Berlin wieder die Hauptstadt Deutschlands sein soll.

Das Gebäude des Reichstags wurde neu umgebaut, damit dort der Bundestag arbeiten kann. Im Jahr 1999 zogen die Politiker des Bundestags nach Berlin um. Seitdem trifft sich der Bundestag im Reichstagsgebäude, viele Leute sagen auch kurz: "im Reichstag".

Folge 25 am 11.02.