Folge 3/12
Taximorde erschüttern Deutschland
Im Jahr 1962 erschütterte ein aufsehenerregender Taximord die Stadt Lübeck:
Das Opfer: Gustav Lingies, ein 50-jähriger Taxifahrer aus Lübeck.
Das Auto: Opel Kapitän Baujahr 1961, schwarz
Die Tat: Er wurde am Ostersonntag 1962 von einem unbekannten Täter hinterrücks in den Kopf geschossen.
Im November und Dezember 1962 folge eine Reihe von Taximorden
Während Ende 1962 – insbesondere im November und Dezember – eine regelrechte Welle von gezielten Taxifahrermorden ganz Deutschland in Atem hielt, ereignete sich der Lübecker Fall bereits im Frühjahr am Osterwochenende.

Zu der Mordserie an Taxifahrern im November und Dezember 1962 gibt es recht konkrete historische Aufzeichnungen (unter anderem aus Berichten des Spiegel aus jener Zeit).
Innerhalb von nur wenigen Wochen ab Mitte November 1962 erschütterte eine Serie von Raubmorden und brutalen Überfällen auf Taxifahrer die Bundesrepublik. Anders als der isolierte Fall in Lübeck im Frühjahr handelte es sich hierbei um eine Serie, die bundesweit für panikartige Angst im Gewerbe, Proteste und schärfere Sicherheitsforderungen (wie Schutztrennwände) sorgte.
Die Chronologie der Serie (November/Dezember 1962)
12. November 1962 (München): Der 25-jährige Taxifahrer Manfred von Bertoldi wird als erstes Opfer der Serie erstochen und beraubt.
14. November 1962 (Frankfurt am Main): Der 44-jährige Taxifahrer Heinz Schlund wird in der Mittagszeit mit drei Pistolenschüssen getötet und beraubt. Sein Fahrzeug hatte keine Trennwand.
20. November 1962 (Würzburg): Der 41-jährige Taxifahrer Eduard Wehnert wird auf einer Fahrt nach Kitzingen durch 39 Stilettstiche in den Rücken getötet und beraubt.
28. November 1962 (West-Berlin): Der 54-jährige Taxifahrer Alfons Rosenthal wird in den frühen Morgenstunden erschlagen und beraubt.
4. Dezember 1962 (Osnabrück): Der 30-jährige Taxifahrer Felix Reese wird nachts durch einen Kopfschuss aus einem Gewehr getötet.
6. Dezember 1962 (München): Ein weiterer Überfall, bei dem der Taxifahrer Karl Walther von drei Fahrgästen gewürgt und mit einer Pistole bedroht wird, fordert glücklicherweise kein Todesopfer, verdeutlicht aber die akute Bedrohung.

Reaktionen und Folgen
Die Taten lösten damals eine enorme Welle der Solidarität, aber auch der Selbstjustiz und Empörung unter Taxifahrern aus. In mehreren Städten (wie Köln oder Frankfurt) kam es zu Protesten, bei denen das Taxigewerbe massiv mehr Schutz, Kontrollen und eine härte Gangart gegen Kriminalität forderte.