Mercedes "Rote Sau"
Vor über einem halben Jahrhundert sorgte ein mächtiges "Dickschiff" dafür, dass die damals noch junge Firma AMG schlagartig zur Marke und das Unternehmen damit international bekannt wurde: Der Renntourenwagen 300 SEL 6.8. Damals wie heute sprechen Motorsport-Enthusiasten ehrfürchtig über die "Rote Sau" und ihre beeindruckenden Auftritte.

Bild >> Rekonstruierte "Rote Sau" im Museum
Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, hieß früher die Losung für Kraft und Leistung: Der 300 SEL aus 1971 schöpfte aus 6.8 Liter Hubraum sensationelle 428 PS bei einem Drehmoment bis zu 620 Nm und einer Geschwindigkeit von mehr als 265 km/h.
Die von diesem Aggregat ausgehende "Sound-Atmosphäre" begeisterte seinerzeit die Massen auf den Rängen, im Renntrimm stillte der großvolumige Achtzylinder mit offenem Luftansaug seinen üppigen Durst dafür allerdings auch mit 35 bis 45 Litern oktanreichem Kraftstoff.

Bild >> Original "Rote Sau" im Renneinsatz 1971
Beim 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps 1971 fuhr der AMG unter den Fahrern Hans Heyer und Clemens Schickentanz zum Klassensieg und auf Rang zwei im Gesamtklassement. Am Ende seiner Karriere erreichte der Wagen 428 PS, 620 Nm und 285 km/h.
1972 wurde im Reglement eine Hubraumbegrenzung auf fünf Liter eingeführt.
Nachdem der Spa-Sieger für Flugzeugreifentests an Matra verkauft worden war, und der Verbleib ungeklärt, wurde etwa 2005 das Fahrzeug nachgebaut (siehe Foto oben)