>> Todesfalle Liebeszelle
JVA-Langzeitbesuch wird Martina G. zum Verhängnis

Es ist das 62. Mal, dass sie sich ungestört in der Liebeszelle treffen können. Sie sind ein ungewöhnliches Paar.
Er hat lebenslänglich.
Klaus-Dieter H. plant die Tat - bringt zwei Messer und einen Radmutterschlüssel mit in den Besucherraum. Nach Ablauf der Besuchszeit finden die Wärter die tote Martina G.
Auch Klaus-Dieter H. ist schwer verletzt.
Im Besucherraum soll Klaus-Dieter H. seine Freundin Martina G. zunächst bewusstlos geschlagen haben. So hatte sie keine Chance, den Notfallknopf, der in dem Besuchsraum angebracht ist, zu betätigen. Anschließend würgt der Täter Martina G., bis sie stirbt.
Anschließend versucht der 50-Jährige sich selbst das Leben zu nehmen - doch er überlebt.
XMAUS erklärt's >>
Der Langzeitbesuch dient der Aufrechterhaltung sozialer Kontakte, insbesondere bei den Gefangenen, bei denen auf absehbare Zeit keine Lockerungen pp. gewährt werden können. Die Entscheidung über die Gewährung von Langzeitbesuch wird gemäß einer bestimmten Verfahrensweise von der Anstalt getroffen. Langzeitbesuche finden in dafür gesondert hergerichteten Räumen ohne akustische und optische Überwachung statt. Die Teilnehmer am Langzeitbesuch haben jedoch mit Kontrollen durch den Besuchsdienst zu rechnen.
Neben dem Regelbesuch kommt dem Langzeitbesuch eine besondere Bedeutung zu, um Beziehungen zu Angehörigen und insbesondere zu Kindern in einem geschützten Rahmen zu erfahren und zu gestalten. Insbesondere für Gefangene, denen keine Lockerungen ohne Aufsicht Vollzugsbediensteter gewährt werden können, stellt der Langzeitbesuch die einzige Möglichkeit zum ungestörten und unbeobachteten Zusammensein mit Personen von außerhalb des Vollzuges dar.