Lale Andersen
Deutsche Sängerin
(* 23. März 1905 in Bremerhaven; † 29. August 1972 in Wien)
Weltberühmt wurde sie durch das Lied Lili Marleen. Unter dem Pseudonym Nicola Wilke schrieb sie auch selbst Liedtexte, u. a. für ihren Nachkriegsschlager Blaue Nacht am Hafen.

Lale Andersen kommt als Liese-Lotte Bunnenberg am 23. März 1905 in Lehe bei Bremerhaven zur Welt. Schon als Kind singt sie gerne und verbringt viel Zeit am Theater mit Künstlerinnen und Künstlern. Bereits mit 17 heiratet sie den Maler Paul Ernst Wilke. Nach sieben Jahren Ehe verlässt die junge Frau ihren Mann und die drei Kinder, um in Berlin, München und Zürich ihr Glück als Schauspielerin und Sängerin zu suchen. Sie bekommt erste Engagements, tritt dabei oft im Matrosenanzug als "kühle Blonde mit dem rauchigen Timbre aus dem Norden" auf. Und sie sucht nach einem passenden Alter Ego: Aus Liese-Lotte Bunnenberg wird Lale Andersen.
Als Lale Andersen zum ersten Mal "Lili Marleen" singt, ahnt sie noch nicht, wie das Lied ihr zukünftiges Leben verändert. Die Melodie zum Gedicht von Hans Leip stammt vom Berliner Komponisten Norbert Schultze. Dieser nimmt das Lied 1938 zusammen mit Lale Andersen in Berlin auf, zunächst mit eher mäßigem Erfolg - es werden nur 700 Schallplatten verkauft. Ein Jahr später wird das Lied neu abgemischt, mit einem Orchester. Im Hintergrund ist dabei ein Soldatenchor und ein dezenter Marschrhythmus zu hören. "Lili Marleen" wird zum "Symbol für Heimweh, Trennung und Sehnsucht, vor allem für Hoffnung auf Wiedersehen" - so beschreibt Schultze das Lied.
1958 versucht Lale Andersen erstmals beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teilzunehmen. Ohne Erfolg. Drei Jahre später gewinnt sie mit "Einmal sehen wir uns wieder" dann den Vorentscheid in Bad Homburg und vertritt Deutschland 1961 beim Grand Prix in Cannes. An ihre früheren Erfolge kann die Sängerin damit nicht anknüpfen. Mit nur drei Punkten landet sie auf Platz 13 von insgesamt 16 Teilnehmern.
In den 1960er-Jahren spielt Lale Andersen in kleineren Film-Rollen wie Jürgen Rolands "Einer fehlt beim Kurkonzert". Außerdem tritt sie in zahlreichen Fernsehsendungen und großen Shows auf. Im April 1967 geht die Norddeutsche mit ihrem Programm "Goodbye Memories" auf große Abschiedstour durch Deutschland. Im Jahr 1972 veröffentlicht die Sängerin ihre Autobiografie "Der Himmel hat viele Farben - Leben mit einem Lied". Am 29. August desselben Jahres stirbt Lale Andersen in einer Wiener Privatklinik an einer Krebserkrankung. Sie wird 67 Jahre alt. Ihre Urne wird auf dem Dünenfriedhof in ihrer Wahlheimat Langeoog beigesetzt.
Das schönste Lied des Zweiten Weltkriegs - so hat Dwight D. Eisenhower "Lili Marleen" bezeichnet - bleibt über Lale Andersens Tod hinaus unvergessen. Auf ihrer Trauerfeier ist das Lied übrigens nicht zu hören. Das hatte Lale Andersen so verfügt.
Im Alter von 67 Jahren starb Andersen in Wien an einem Leberkrebsleiden. Sie wurde in Wien eingeäschert, die Urne auf dem Dünenfriedhof Langeoog beigesetzt.
