Bewaffnete rauben Munch-Meisterwerk
Der Norweger Stian Skjold raubte mit seinen Komplizen zwei Gemälde von Edward Munch.

Am 22. August 2004 stürmten bewaffnete und maskierte Männer am helllichten Tag das Munch-Museum in Oslo. Sie raubten zwei der berühmtesten Gemälde von Edvard Munch: "Der Schrei" und "Madonna".
Zu den Tätern gehörte Stian Skjold, der als einer der bewaffneten Männer vor Ort die Gemälde von den Wänden riss und später zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt wurde.
Das Motiv der Gangster
Das Motiv war keineswegs unklar. Zwar standen finanzielle Erpressung oder ein versuchter Weiterverkauf im Raum, jedoch ging die norwegische Polizei und Staatsanwaltschaft von einem ganz konkreten Hauptmotiv aus:
Ablenkungsmanöver für den NOKAS-Raub: Der Überfall auf das Munch-Museum sollte die Kapazitäten der norwegischen Polizei binden und die Ermittlungsbehörden von den Nachforschungen zum spektakulären NOKAS-Raubüberfall (Norsk Kontantservice) in Stavanger ablenken.
Bei diesem Geldtransporter-Überfall im April 2004 war ein Polizeibeamter erschossen worden. Der Drahtzieher des NOKAS-Raubs, David Toska, stand unter extremem Ermittlungsdruck. Es wird bis heute angenommen, dass Toska den Diebstahl der Kunstwerke in Auftrag gab oder veranlasste, um ein Faustpfand gegenüber den Behörden in der Hand zu haben und Verhandlungspositionen für Strafmilderungen auszulotsen.
Ausgang der Ereignisse
Beide Meisterwerke konnten im August 2006 von der norwegischen Polizei sichergestellt werden. Sie wiesen leichte Beschädigungen auf, wurden jedoch restauriert und sind seitdem wieder im Museum zu sehen.
Insgesamt existieren vier Versionen von "Der Schrei": Ein drittes Gemälde ist in den Händen eines privaten Sammlers, daneben ist das Munch-Museum noch im Besitz einer Zeichnung. Der Norweger Munch (1863-1944), der zeitweise auch in Deutschland lebte und arbeitete, gilt als Wegbereiter des Expressionismus.