>> 4 spektakuläre Kriminalfälle der 80er Jahre


>> 1983

Im April 1983 behauptet das Magazin Stern, im Besitz von Adolf Hitlers geheimen Tagebüchern zu sein. Entdeckt wurden die angeblichen Tagebücher von einem Stern-Reporter, der sie für 9,3 Millionen D-Mark angekauft hatte. Nach Aussage des Verkäufers waren die Tagebücher - 60 Bände - angeblich in einem kurz vor Kriegsende in Sachsen abgestürzten Flugzeug gefunden worden. Die Fälschung der Tagebücher wurde durch Materialuntersuchungen festgestellt. Diese ergaben unter anderem, dass das Papier bestimmte Aufhellertypen enthielt, die erst ab 1955 im Handel erhältlich waren.


>> 1984-85

Eine mysteriöse Mordserie ereignet sich in der schwäbischen Provinz. Der Täter lauert seinen Opfern in der Nähe von einsamen Waldparkplätzen auf und tötet sie durch Kopfschüsse. Nach den Morden benutzt er die Autos seiner Opfer zu Banküberfällen. Mit einem Vorschlaghammer zertrümmert er die Scheiben der Bankschalter und erpresst Bargeld. Kurz bevor die Serie aufgeklärt wird, nimmt der Täter, ein Polizist, seiner Familie und dann sich selbst das Leben. Kriminaltechnische Untersuchungen der Dienstwaffe dieses Polizisten und ballistische Untersuchungen stützten die Aussage, dass mit jener Pistole die Parkplatzopfer getötet wurden und jener mit ihr die eigene Familie und sich selbst erschoss. Unter dem Titel "Hammermörder" ging der Fall durch die Presse.


>> 1989

Am 30. November 1989 fällt der Vorstandssprecher der Deutschen Bank AG Alfred Herrhausen einem Attentat der Roten Armee Fraktion (RAF) zum Opfer. Sein Auto wird in der Nähe seiner Wohnung in die Luft gesprengt. Durch die kriminaltechnische Untersuchung konnte der Sprengstoff bestimmt und Aufbau und Funktionsweise der Sprengvorrichtung rekonstruiert werden. Ein Täter wurde jedoch nie ermittelt.


>> 1988-1993

Zwischen 1988 und 1993 verübt der Kaufhauserpresser "Dagobert" insgesamt sechs Anschläge auf das Berliner Kaufhaus des Westens und auf Karstadt-Filialen in Norddeutschland. Bei einer Erpressung kassiert er 500.000 D-Mark. Danach folgt eine Serie von teils spektakulären, aber gescheiterten Geldübergaben. Als er im April 1994 in einer Telefonzelle Anweisungen für eine neue Übergabe geben will, wird er gestellt. Die Untersuchung der verschiedenen vom Täter bereitgestellten Geldübergabevorrichtungen sowie die Auswertung von Aufzeichnungen der Stimme bei seinen Anrufen halfen, den Täter zu überführen.

Arno Funke alias Dagobert
Arno Funke alias Dagobert