Kessler-Zwillinge

Alice & Ellen Kessler

Auf ihren Tourneen rund um die Welt, im Film, Fernsehen und auf der Bühne begeisterten sie durch ihre perfekte Tanzkunst. Der Name Kessler-Zwillinge wurde zum Markenzeichen für brillant-perfekte Tanzkunst im Revuestil. 2009 gingen sie mit Bill Ramsey, Max Greger und Hugo Strasser auf eine "Swing Legenden" Deutschlandtournee.

Den Höhepunkt ihrer Karriere erreichten sie in den 1950er und 1960er Jahren, nachdem sie aus der DDR in die BRD umgesiedelt waren und bereits im Alter von 18 Jahren ein Engagement in Paris erhielten. 

Außer in Deutschland traten sie unter anderem in Italien, Frankreich, den USA und Australien auf.

Die Filmkarriere der Kessler-Zwillinge begann 1955. Ihre erste gemeinsame Rolle erhielten sie in der Komödie Solang' es hübsche Mädchen gibt. Weitere Filme folgten, darunter Vier Mädels aus der Wachau (1957, zusammen mit Isa Günther und Jutta Günther), Der Graf von Luxemburg (1957) und Die Tote von Beverly Hills (1964). Auch an Filmproduktionen in Italien und Frankreich wirkten sie mit.

Daneben traten die Kessler-Zwillinge in zahlreichen Fernsehshows im In- und Ausland auf. Zu den Höhepunkten gehörten die Perry Como Show 1963 und die Rolf Harris Show 1967 und 1971. Mit zunehmendem Alter verlagerten sie ihre Aktivitäten auf anspruchsvollere Engagements. 

1976 traten sie am Münchner Gärtnerplatztheater als "Anna I" und "Anna II" in dem Ballett Die sieben Todsünden der Kleinbürger von Bertolt Brecht und Kurt Weill auf. Damit konnte die Idee verwirklicht werden, ein persönlichkeitsgespaltenes Mädchen von zwei nahezu gleich aussehenden Darstellerinnen spielen zu lassen.

Im Alter von 40 Jahren ließen sich die Kessler-Zwillinge für die italienische Ausgabe des Playboy ablichten. Die Ausgabe war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.

Viele bekannte Hollywood-Persönlichkeiten zeigten sich gern an der Seite der "deutschen Mädchen", etwa Frank Sinatra, Burt Lancaster und Elvis Presley.

Am 17. November 2025 starben die Kessler-Zwillinge gemeinsam im Alter von 89 Jahren in Grünwald durch assistierten Suizid in Begleitung einer Ärztin und eines Juristen der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben.