20 teilige Serie

Motorsport Meilensteine

Folge 11

>> Lancia Delta S4

Der Lancia Delta S4 (1985–1986) war ein legendärer Gruppe-B-Rallyewagen mit Gitterrohrrahmen, Mittelmotor und Allradantrieb, der trotz ähnlichem Namen technisch nichts mit dem Serien-Delta zu tun hatte. Er leistete als Wettbewerbsauto über 500 PS (durch Turbo- und Kompressoraufladung) bei nur ca. 890 kg Gewicht und gewann mehrere WM-Läufe.

  • Technik: Der 1,75-Liter-Reihenvierzylinder nutzte einen «Volumex»-Kompressor für niedrige Drehzahlen und einen Turbolader für hohe Drehzahlen, was für ein extrem direktes Ansprechverhalten sorgte.
  • Performance: Der S4 war eines der schnellsten Gruppe-B-Autos, wog nur 966 kg (in einigen Angaben 890 kg) und war für seine brachiale Kraft bekannt.
  • Stradale-Version: Für die Homologation wurden ca. 200 (oft wird von deutlich weniger tatsächlich gebauten ausgegangen) Straßenversionen namens "Stradale" produziert, die 250 PS leisteten.
  • Erfolge: Sein Debüt feierte er mit einem Doppelsieg bei der Rallye Großbritannien 1985. 1986 folgten Siege u.a. bei der Rallye Monte Carlo.
  • Ende der Gruppe B: Aufgrund der extremen Leistung und tödlicher Unfälle (u.a. Henri Toivonen/Sergio Cresto 1986) wurde der S4 zum Symbol für das Ende der Gruppe B.
  • Wert: Heute ist der Delta S4 ein extrem gesuchter Klassiker und erzielt Preise von über 1 Million Euro.

Zwischen Oktober 1985 und 1986 sollte Lancia gemäß dem Reglement der Gruppe B 200 Exemplare einer straßentauglichen Version des Delta S4, offiziell Lancia Delta S4 genannt, aber allgemein als "Stradale" bekannt, für die Homologation in der Gruppe B bauen. Wahrscheinlich wurden jedoch weniger als 100 Fahrzeuge gefertigt. In Italien kostete der Wagen rund 100 Millionen Lire – das Fünffache des Preises des damals teuersten Delta, des HF Turbo. Das Chassis des Stradale war ein Gitterrohrrahmen, ähnlich dem des Rallye-Modells, gefertigt aus CrMo-Stahlrohren und Aluminiumlegierung für die Crashstrukturen. 

Die Karosserie bestand aus Epoxidharz und Fiberglas. Wie beim Rallye-Fahrzeug war der 1,8-Liter-Vierzylinder-Motor längs in Mittelmotorbauweise eingebaut und mit einer integrierten elektronischen Zündung und Einspritzung von Weber-Marelli (IAW), einem Kompressor, einem Turbolader und zwei Ladeluftkühlern ausgestattet. In der Straßenversion leistete der 1,8-Liter-Motor 250 PS (184 kW; 247 hp) bei 6750 U/min und ein Drehmoment von 291 Nm (215 lb⋅ft) bei 4500 U/min. 

Der "Stradale" behielt das Dreidifferenzial-Allradsystem des Rallye-Fahrzeugs bei; das Mitteldifferenzial leitete 30 % des Motordrehmoments an das offene Vorderachsdifferenzial und 70 % an das Sperrdifferenzial an der Hinterachse. Das Getriebe blieb ein 5-Gang-Getriebe, war aber ein vollsynchronisiertes Aggregat von CIMA.

>> nächste Folge XMAUS Sportcars am 22.03.