Gutbrod Superior

1950 - 1954

Bild oben >> Gutbrod Superior Cabrio. 1950 - 1954. Der abgelichtete Superior stammt aus dem Baujahr 1952.

Die Firma Gutbrod ging zurück auf die Standard Fahrzeugfabrik GmbH, die 1926 in Ludwigsburg von einem gewissen Wilhelm Gutbrod begründet wurde. Dort und auch am neuen Hauptsitz in Stuttgart-Feuerbach, wohin die Fabrikation 1933 umzog entstanden hauptsächlich Motorräder. 

Als das Programm auf Lieferwagen und Kleinfahrzeuge erweitert wurde, zog man 1937 weiter nach Plochingen am Neckar. Während des Krieges untersagte die Nazi-Regierung jegliche weitere Produktion und 1946 demontierten amerikanische GIs große Teile der Fabrikation. Trotzdem schaffte es die Nachfolgefirma Gutbrod noch im gleichen Jahr erste Kleintransporter herzustellen. 

Ab 1949 folgten erste Vorserienfahrzeuge des nagelneuen Gutbrod Superior, mit dem man in die Kleinwagenklasse einstieg.

Ab Werk gab es eine zweitürige Cabrio-Limousine oder einen dreitürigen Kombi (ab 1952). Die Rohkarosserien der Cabrio-Limousine entstanden bei Weinsberg, die des Kombi bei Westfalia. Vervollständigt wurden sie anschließend im Gutbrod-Werk in Calw, wo die Produktion im Juli 1950 anlief. 

Kombi Limousine
Kombi Limousine

Bereits auf der Frankfurter Frühjahrsmesse zeigte man eine Cabrio-Version, die jedoch mangels Interesse nie in Serie ging. Ab September 1951 gab es parallel zum Superior 600 mit einem Zweizylinder-Zweitaktmotor und je nach Quelle 20 bis 22 PS aus 593 Kubikzentimetern Hubraum den Gutbrod Superior 700. Dieser erhielt einen Motor mit 663 Kubikzentimetern und 26 PS in der Vergaserversion. 

Gemeinsam mit Bosch und dem Mitbewerber Goliath entwickelte man unter Leitung von Ingenieur Hans Scherenberg eine mechanische Benzineinspritzung, die im Superior 700E debütierte, die Leistung auf 30 PS steigerte und dieses Modell zum ersten Serienfahrzeug der Welt mit Einspritzanlage machte. Im Goliath 700 hatte das fast baugleiche Triebwerk 688 Kubikzentimeter Hubraum. 

Bei beiden Herstellern sorgten die Mehrkosten der Benzineinspritzung letztlich dafür, dass die Stückzahlen gering blieben.

Cabrio-Limousine
Cabrio-Limousine

Zur Popularität des Gutbrod Superior trug der Motorsport bei, in dem der Wagen insbesondere in Langstreckenwettbewerben erfolgreich war. Unter anderem starteten zwei dieser kleinen Seriensportwagen 1953 beim ersten ADAC-1000-km-Rennen auf dem Nürburgring in einem Feld von 51 meist wesentlich leistungsstärkeren Wagen. Beide hielten durch und belegten zwar als Letzte mit 37 von 44 Runden und 843,6 gefahrenen Kilometern in 10:34:23 bzw. 10:35:23 Stunden die Plätze 26 und 27, bewiesen aber ihre Zuverlässigkeit. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 79,8 bzw. 79,7 km/h. Bei der für Wagen 48-stündigen Winterfahrt nach Oberstdorf 1954 erzielten Wolfgang Gutbrod/Dr. Heinz Schwind mit ihrem Superior die zweitbeste Leistung aller Kategorien und erhielten den ADAC-Silberbecher und eine Goldmedaille.