70 Jahre Grönemeyer


Herbert Grönemeyer ist einer der erfolgreichsten deutschen Künstler aller Zeiten. Mit Hits wie "Bochum" oder "Der Weg" hat er Generationen bewegt. 

Am 12. April feiert er seinen 70. Geburtstag. 

Anders als viele vielleicht denken, stammt Herbert Grönemeyer gar nicht aus Bochum. Der Musiker wurde am 12. April 1956 in Göttingen geboren. Er war aber gerade einmal ein halbes Jahr alt, als seine Eltern mit ihm ins Ruhrgebiet zogen.

Er wuchs in Bochum auf und wurde schon früh an die Musik herangeführt. Er lernte Klavier und hatte bereits mit zwölf Jahren seine erste Band. Mit 15 Jahren wurde Grönemeyer am Theater als Pianist tätig.

Nach seinem Abitur studierte er an der Ruhr-Universität einige Semester Musik- und Rechtswissenschaften – ohne einen Abschluss zu erlangen.

Seine Tätigkeit am Theater, wo er 1976 die musikalische Leitung übernahm, führte Herbert Grönemeyer zunächst zur Schauspielerei. Zu dieser gelangte er durch den Bühnenregisseur Joachim Breen.

Grönemeyer erwies sich als Naturtalent und arbeitete mit Theatergrößen wie Peter Zadek und Claus Peymann zusammen. Von Anfang der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre wirkte er in zahlreichen Theaterstücken und Filmproduktionen mit.

Seine größte Rolle spielte er dabei 1981 als Leutnant Werner in "Das Boot". Der klaustrophobische Kriegsfilm war auch international erfolgreich.

Besondere Anerkennung erhielt er zudem für seine einfühlsame Darstellung des Komponisten Robert Schumann in "Frühlingssinfonie". Im Anschluss legte er bis zum Jahr 2007 eine Kino-Pause ein, kehrte erst mit dem Joy-Division-Biopic "Control" auf die Leinwand zurück.

Herbert Grönemeyers Herz schlug trotz seiner Erfolge als Schauspieler für die Musik. Also wollte er auch diese Karriere vorantreiben, was sich jedoch als schwieriger erwies als erhofft.

Denn seinen ersten Alben war kein Erfolg vergönnt. Für Grönemeyer-Konzerte wurden teilweise so wenige Tickets verkauft, dass sie sogar abgesagt werden mussten. Nach seinem vierten Album "Gemischte Gefühle" zog seine Plattenfirma die Reißleine und kündigte ihm den Vertrag.

Im November 1998 musste Grönemeyer die wohl dunkelste Zeit seines Lebens durchmachen. Nur wenige Tage nachdem sein Bruder Wilhelm an Leukämie gestorben war, verlor seine Frau mit nur 45 Jahren den Kampf gegen den Brustkrebs. "Es kommt alles zum Stillstand. Es ist wie ein Beben, es ist Stille", erinnert sich Grönemeyer an diese schwere Zeit.

2002 gelang Grönemeyer mit dem Album "Mensch" ein furioses Comeback. Nur dank der Vorbestellungen wurde das Werk noch vor seiner Veröffentlichung mit Platin ausgezeichnet.

Inzwischen hat Grönemeyer ein neues Liebesglück gefunden. 2016 heiratete der Musiker ganz privat seine zweite Frau Josefine Cox. 2019 wurde er mit über 60 Jahren noch einmal Vater.

Pünktlich zu seinem 70. Geburtstag erscheint in der ARD "Grönemeyer - Alles bleibt anders", eine 90-minütige Dokumentation. Darin geht es nicht nur um seine Musik, sondern auch um das, was Grönemeyer seit Jahrzehnten ausmacht: Sein klarer gesellschaftlicher Blick und die Haltung gegen Rechtspopulismus, Ausgrenzung und Sexismus.