Motorsport Legende

Fiat 131 Abarth Rallye

WRC Champion 1980

Der 131 hat dazu beigetragen, dass Fiat die Krise Mitte der Siebziger überlebt, fährt mehrere Rallye-Weltmeistertitel ein und erreichte eine beinahe biblische Bauzeit. Gar nicht schlecht für so einen Biedermann.


Der Fiat 131 wurde im Motorsport bei Rallyes eingesetzt. Fiat gewann mit dem 131 Abarth Rally in den Jahren 1977, 1978 und 1980 die Marken-Weltmeisterschaft.

In der Saison 1980 wurde Walter Röhrl mit dem Fiat 131 Abarth Rally das erste Mal Rallye-Weltmeister.

Der Fiat 131 Abarth Rally wurde in Kooperation mit Bertone in 400 Exemplaren gebaut. Dazu wurden zweitürige Rohkarosserien in Mirafiori vom Fließband genommen und bei Bertone mit Kunststoffteilen für Kotflügel vorn und hinten, Kofferraumdeckel und Motorhaube komplettiert. Weiter brachte Bertone Haltestreben und Versteifungen für die hintere Einzelradaufhängung dieser Sportvariante an. 

Anschließend wurden die Fahrzeuge lackiert und mit einer Innenausstattung versehen, danach in das Fiat-Werk Rivalta transportiert und dort mit Antriebs- und Fahrwerkstechnik komplettiert.

>> Bild: Walter ROEHRL (rechts), Deutschland, Motorsport, Rallyefahrer, Rennsport, hier mit Copilot Christian GEISTDOERFER, sitzen vor ihrem Fiat Abarth, am Hockenheimring, 08.08.1980.

Als Antrieb diente eine weiterentwickelte Version des 16V-Lampredi-Motors aus dem Fiat 124 Spider Abarth, die in der gebauten Kleinserie über zwei Liter Hubraum, einen Doppelvergaser und 140 PS verfügte. Das Getriebe stammte vom Serien-131, jedoch wurden die Synchronringe ausgebaut, weil das Rallye-Reglement ein unsynchronisiertes Getriebe, wie es im Motorsport bevorzugt wird, nur erlaubte, wenn alle 400 gebauten Homologationsexemplare ebenfalls ein unsynchronisiertes Getriebe hatten. 

Außerdem wurde an der Vorderachse die unterdimensionierte Bremsanlage des Fiat 127 eingebaut. Damit war die Alltagstauglichkeit der Homologationsexemplare stark eingeschränkt, was aber für den Wettbewerbseinsatz keine Rolle spielte, da dafür die genannten Bauteile ohnehin durch Motorsport-Teile ersetzt wurden.

Die Hinterachse war eine weiterentwickelte Variante aus dem 124 Abarth Spider mit Querlenkern, Längslenkern und Federbeinen, das Differential war von dem des Fiat 130 abgeleitet, hatte aber ein Aluminiumgehäuse.

Homologationsexemplar (Straßenversion)
Homologationsexemplar (Straßenversion)

Im Sporteinsatz konnte der Fiat 131 Abarth Rally durch sein sehr gutes Fahrverhalten überzeugen, vor allem hatte er eine gute Traktion und hatte dadurch entscheidende Vorteile in diesem Punkt gegenüber dem Ford Escort RS. Die Schwachstelle des 131 Abarth Rally im Wettbewerbseinsatz war stets sein Motor, der auch nach Modifikationen wie Umstellung auf Trockensumpfschmierung und Einspritzung niemals mehr als 176 kW (240 PS) leistete, während der Motor des Ford Escort RS1800 zu dieser Zeit 191 bis 206 kW (260 bis 280 PS) im Wettbewerb abgab.