Charles Dickens


Charles Dickens (1812–1870) war einer der einflussreichsten englischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts und gilt als der bedeutendste Romanautor der viktorianischen Epoche.

Dickens prangerte in seinen Werken die Missstände der Industrialisierung an – darunter Kinderarbeit, Armut, die Zustände in Arbeitshäusern und die Ungerechtigkeit des englischen Rechtssystems.

Die Kindheit von Charles Dickens war geprägt von einem plötzlichen sozialen Absturz, der seine spätere Sicht auf die Gesellschaft, die Armut und das Rechtssystem grundlegend geformt hat. Seine eigenen traumatischen Erlebnisse verarbeitete er in fast allen seinen großen Werken.

​Als Dickens zwölf Jahre alt war, wurde sein Vater John Dickens wegen unbezahlter Schulden im Marshalsea-Schuldgefängnis in London inhaftiert. Wie damals üblich, zog Dickens' Mutter mit den jüngeren Kindern zu ihrem Mann ins Gefängnis.

​Charles hingegen wurde von der Schule genommen und musste arbeiten, um die Familie zu unterstützen.

Ohne den abrupten Absturz seiner Familie in die Armut wäre Dickens vermutlich ein klassischer Autor des Bürgertums geworden – erst das eigene Erleben von Not und Fabrikarbeit machte ihn zum schärfsten Sozialkritiker seiner Zeit.

Seine bekanntesten Werke

​A Christmas Carol (Eine Weihnachtsgeschichte, 1843) – Die Geschichte des Geizhalses Ebenezer Scrooge, der von drei Geistern geläutert wird.

​Oliver Twist (1837–1839) – Das Schicksal eines Waisenjungen im kriminellen Untergrund von London.

​David Copperfield (1849–1850) – Ein stark autobiografisch geprägter Roman über das Heranwachsen eines jungen Mannes.

​Great Expectations (Große Erwartungen, 1860–1861) – Der Werdegang des Waisenjungen Pip und seine Träume vom sozialen Aufstieg.