Cars and Crimes
Kriminalfälle bei denen Autos eine bedeutende Rolle spielen
12 teilige Reihe
Folge 4/12
Die Soldatenmörder von Lebach und ihr Fiat 124 Coupé
Die Soldatenmörder von Lebach und ihr hellblaues Fiat 124 Coupé stehen in engem Zusammenhang mit einem der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Am frühen Morgen des 20. Januar 1969 überfielen zwei bewaffnete Täter ein Munitionsdepot der Bundeswehr im saarländischen Lebach. Die Täter drangen in das Wachtgebäude ein, erschossen drei im Schlaf überraschte Wachsoldaten und verletzten zwei weitere schwer (einer der Verletzten erlag wenig später seinen Verletzungen). Sie erbeuteten Sturmgewehre, Pistolen sowie Munition.
Die Männer planten eine Erpressungsserie, um viel Geld zu erbeuten und sich ein luxuriöses Leben im Ausland aufzubauen. Die Waffen benötigten sie für die Absicherung und Umsetzung ihrer Pläne.
Bild: Ansicht des Wachhäuschens auf dem Gelände des Munitionsdepots.

Die Rolle des Fiat 124 Coupé
Das hellblaue Fiat 124 Coupé spielte eine entscheidende Rolle im Ermittlungs- und Indizienprozess:
- Die Haltergemeinschaft: Das Fahrzeug gehörte den beiden Haupttätern Wolfgang Ditz und Hans-Jürgen Fuchs gemeinsam.
- Das Spurenbild am Tatort: Zeugen beobachteten in der Mordnacht nahe dem Bundeswehrdepot ein auffälliges blaues Fahrzeug.
- Fehlendes Alibi: Ditz und Fuchs konnten für die Tatnacht kein Alibi vorweisen. Das Fahrzeug war somit eines der zentralen Indizien, die den Verdacht der Sonderkommission auf die beiden Männer lenkten.
Das Fiat 124 Sport Coupé ist ein ikonischer italienischer Sportwagen, der von 1967 bis 1975 gebaut wurde. Es basiert auf der Plattform der Fiat 124 Limousine, bietet jedoch eine eigenständige, von Mario Boano (Centro Stile Fiat) gestaltete 2+2-Sitzer-Karosserie.

Die Festnahme der Täter erfolgte Ende April 1969 nach einem spektakulären Fahndungsaufruf in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY … ungelöst". Die bekannte Seherin Madame Buchela (Margarethe Goussanthier) hatte einen der Täter anhand eines Pseudonyms ("Dr. Sardo") wiedererkannt und der Polizei einen entscheidenden Hinweis gegeben.
- Urteil (1970): Das Landgericht Saarbrücken verurteilte Wolfgang Ditz und Hans-Jürgen Fuchs zu lebenslanger Freiheitsstrafe. Gernot Wenzel erhielt wegen Beihilfe sechs Jahre Haft.

