Der markanteste Gebirgsstock der Dolomiten 

Tre Cime di Lavaredo


Die Drei Zinnen sind ein markanter Gebirgsstock in den Sextner Dolomiten an der Grenze zwischen den italienischen Provinzen Belluno im Süden und Südtirol im Norden.

Die Drei Zinnen erheben sich am Südrand des weitläufigen Zinnenplateaus mit der Langen Alm (La Grava Longa), einer alpinen Hochfläche auf ungefähr 2200 m bis 2400 m, die hier den Abschluss des Rienztals (Valle della Rienza) bildet. Dort liegen drei kleine Gebirgsseen, die Zinnenseen. 

Dieses Areal nördlich der Berge bis zu deren Gipfeln gehört zum Gemeindegebiet von Toblach in Südtirol und zum Naturpark Drei Zinnen (bis 2010 Naturpark Sextner Dolomiten), der seit 2009 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes ist.


Die Erstbesteigung der Großen Zinne gelang Paul Grohmann, Franz Innerkofler und Peter Salcher im Jahre 1869. Bald darauf folgte die Erstbesteigung der Westlichen Zinne sowie der Kleinen Zinne. 

Rund herum führen heute zahlreiche Wanderwege, stets vor der Kulisse der markanten Spitzen.


Die zwei wohl bekanntesten sind die Hüttenwanderung im Drei Zinnen-Gebiet und die Bergtour von Sexten zur Drei-Zinnen-Hütte. Im Winter öffnen hier das Skigebiet 3 Zinnen Dolomiten zwischen Toblach, Innichen und Val Comelico und der 1. Skitourenlehrpfad in Südtirol ihre Tore.


Während des Gebirgskriegs im Ersten Weltkrieg waren die Drei Zinnen und ihre Umgebungsgebiete als Teil der Front zwischen dem Königreich Italien und Österreich-Ungarn heftig umkämpft.

Nach der Kriegserklärung Italiens an Österreich am 23. Mai 1915 begann der Gebirgskrieg innerhalb weniger Tage auch entlang der Linie Paternkofel–Paternsattel–Drei Zinnen–Forcella Col di Mezzo, die damals die Staatsgrenze und die Frontlinie darstellte. Am 25. Mai wurde die Dreizinnenhütte von italienischer Artillerie zerstört, am 26. Mai folgte ein österreichischer Angriff auf den von Italien gehaltenen Paternsattel. Eine Patrouille versuchte hierbei, die Östliche Zinnenscharte zu erreichen, um die Verstärkung der italienischen Truppen durch Alpini von der Forcella Col di Mezzo abzufangen. 

Wegen Vereisung des steilen Geländes war dies jedoch nicht möglich, sodass noch am gleichen Abend ein Rückzug vom zwischenzeitlich eingenommenen Paternsattel nötig wurde. Daraufhin folgte ein Ausbau der italienischen Stellungen, die vom Paternsattel bis unmittelbar unterhalb des Preußturms reichten. Im Vergleich zu anderen Bergen der Umgebung wie dem Paternkofel oder dem Toblinger Knoten, die für den Krieg massiv mit Stellungen ausgebaut wurden und auf denen es auch zu Kampfhandlungen kam, blieben die Drei Zinnen selbst in der Folge vom unmittelbaren Kampfgeschehen weitgehend verschont. Sie waren jedoch als Aussichtspunkte von strategischer Bedeutung, deren Nutzung allerdings alpinistisch sehr anspruchsvoll war. 

Im Juli 1915 begann das italienische Heer mit großem Aufwand einen Scheinwerfer auf den Gipfel der Großen Zinne zu transportieren. In der Nacht vom 14. auf den 15. August wurde er in Betrieb genommen und leuchtete die österreichischen Stellungen auf dem Zinnenplateau aus.